• Steuerberater Leonberg
  • Steuerberater Dominik Kucher in Leonberg
  • Kucher Steuerberater in Leonberg
  • Steuerberater in Leonberg
  • Dominik Kucher Steuerberater
  • Steuerberater Leonberg

Zahnärztliche Leistungen: „Bleaching“ bleibt als Folgeleistung umsatzsteuerfrei

11.08.2015

Umsätze aus der Tätigkeit als Zahnarzt sind umsatzsteuerfrei, soweit ihnen Heilbehandlungen mit einem therapeutischen Zweck zugrunde liegen. Nicht erfasst werden von der Steuerbefreiung solche Umsätze, die ausschließlich kosmetischen Zwecken dienen.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat die Reichweite der Steuerbefreiung jetzt in einem Fall untersucht, in dem ein Zahnarzt Zahnaufhellungen („Bleaching“) an Patienten vorgenommen hatte. Diese an sich kosmetischen Maßnahmen hatte er durchgeführt, da es bei den Patienten durch vorherige Heilbehandlungen (z.B. Wurzelkanalbehandlungen) zu Zahnverdunkelungen gekommen war. Das Finanzamt erfasste die Zahnaufhellungsleistungen als umsatzsteuerpflichtige Umsätze, wurde vom BFH jedoch eines Besseren belehrt.

Die Bundesrichter entschieden, dass sich die Steuerbefreiungnicht nur auf Leistungen beschränkt, die unmittelbar der Diagnose, Behandlung oder Heilung einer Krankheit bzw. Verletzung dienen, sondern auch Leistungen erfasst, die infolge solcher Behandlungen erforderlich werden – sei es auch nur aus ästhetischen Gründen. Die Zahnbehandlungen im Urteilsfall, die eine Verdunkelung des behandelten Zahns zur Folge hatten, waren unstreitig medizinisch indizierte Heilbehandlungen. Die anschließenden Zahnaufhellungen waren zwar ästhetischer Natur, allerdings medizinisch erforderlich, da sie der Behandlung der infolge der Vorschädigung eingetretenen Verdunkelung dienten.

Hinweis: Der BFH setzt für die Umsatzsteuerbefreiung kosmetischer Leistungen einen sachlichen Zusammenhang mit einer vorangegangenen (steuerfreien) Heilbehandlung voraus. Das Urteil ist also kein Freifahrtschein, um künftig sämtliche Eingriffe ästhetischer Natur umsatzsteuerfrei erbringen zu können.

(aus Kanzlei-App 08/2015)



empty